Walfleisch mit Löwenzahnsalat

Was isst man in Grönland?
Bei einer Wanderreise dorthin, die körperlich aufgrund des rauhen Geländes, der Temperaturen und des Windes durchaus anstrengend werden kann, ist das keine ganz unwichtige Frage. In einer Gegend, die 9 Monate im Jahr von Schnee bedeckt ist, erklärt es sich von selbst, dass nichts angebaut werden kann. Frischen Salat gibt es in Form von Löwenzahnblättern, aber in homöopathischen Dosen. Es besteht keineswegs die Gefahr, dass man zum Kaninchen mutiert.
Sehr lecker ist der Rosenwurz, der überall wächst und mit Essig und Öl und ein bisschen angedünstet wirklich gut schmeckt.
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Gewürz- und Fruchtgarten Sansibar

Wenn man nach Sansibar reist, erträumt man sich weiße Sandstrände, Palmen, streichelweichen und warmen indischen Ozean. Das alles findet man dort tatsächlich. Aufgrund des tropischen Klimas stehen aber auch Gemüse und vor allem Früchte in üppigster Vielfalt zur Verfügung, sodass es sich durchaus lohnt, wegen des Essens dorthin zu reisen.
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das kleine und doch so große Glück

Jeder, der in seinem Leben schon mal einen Berg bestiegen hat oder Skifahren war, weiß es: auf der Berghütte ist der Kaiserschmarren DAS Objekt der Begierde schlechthin. Hütten werden schon mal gerne an der Qualität des Kaiserschmarrens gemessen und bei Nichtmunden des Selbigen erst gar nicht angesteuert. Nach stundenlangem Rauf und Runter setzt sofort der Futterneid ein, wenn auf der Terrasse jemand solch einen weiß gepuderten gelben Berg Köstlichkeit vor sich hat.
Warum ist der Schmarren hier aber so viel leckerer als im Tal?
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das erste und das zweite Mal im Leben….

Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich mich immer gerne mit Ernährung und allem, was dem Körper gut tut beschäftige. Und sie wissen auch, dass ich am liebsten naturbelassene, einfache Kost esse, die aus guten Zutaten hergestellt wurde.
Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass mein Leben ohne Fertigkost, Kantinenessen und Fastfood auskommt.
Diejenigen, die mich kennen wissen aber auch, dass mir das alles egal ist, wenn es einfach lecker ist.
Obwohl ich schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und schon das ein oder andere erlebt habe, gibt es noch „ein erstes Mal“. So geschehen in einem schnuckligen Hotel in Klausen in Südtirol.
DSC_9190Ich hatte 75 anstrengende Fahrradkilometer in den Beinen und eine Etage über dem Restaurant wartete ein Bett und ein gutes Buch. Vorher mussten aber Kalorien her. Ich bin in Italien und mir ist alles egal. Es MUSS einfach Pizza sein.
Und was erlebe ich?
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Kulinarik in Kuba

Kuba und Kulinarik gehören ungefähr so zusammen wie eine Kuh und die Atomphysik. Es gab zwar immer viel zu Essen, oft so viel, dass es schon unmoralisch war und sich die Tische förmlich bogen. Diese üppigen Menüs für Touristen standen unter dem Motto “Wir gehen authentisch bei einer Familie essen”. Das kommt bei Fremden immer sehr gut an. Suggeriert es doch das wahre Kennenlernen zumindest der Tischkultur. Das war in dem Fall nicht ganz falsch. Ich hatte ganz stark den Eindruck, dass wir mit den nicht ganz preiswerten Besuchen ganze Familienklans verköstigt haben. Das wäre toll. Wir hätten dann nämlich ein gutes Werk getan, als wir das meiste stehen ließen. Die Kubaner haben aber bestimmt irgendwo riesige Vorräte an Salz, Pfeffer, Kräutern und vielleicht Chili, die viel zu wertvoll sind, um sie den Touristen zu spendieren und sie würzen damit kräftig nach. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man solch sozialistische Einheitsmenüs immer essen kann. Wirklich grausam.
Weniger grausam sind die Cocktails davor, dazu und danach.
Cocktails gibt es eigentlich überall, manchmal sogar ganz Großartige. So kann ich mir nur einen Grund vorstellen, warum jemand Felswände so bemalt wie im Viñales Tal: Die sensationell leckere Piña Colada in der Bar nebenan! Die „kulturelle Besonderheit“ dient wohl nur als Lockvogel für Ausflügler. Touristen wie wir radeln in sengender Sonne mit superschweren Drahteseln dorthin, um sich staunend zu fragen „was tue ich hier?“ Nach der ersten Piña Colada ist die Frage beantwortet, nach der 2. sieht das Gemälde schon besser aus und nach der 3. will man gleich selber mitmalen.
Am Rum wird nicht gespart…… Nirgends auf Kuba.
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die 1 Million Sterne Köche

Wüstentrekking  ist anstrengend. Tagsüber ist es heiß, nachts ist es kalt, die Luft ist trocken und staubig und man läuft naturgemäß den ganzen Tag im Sand. Sanitäre Anlagen gibt es nicht.
Umso wichtiger ist die Frage „Was esse ich?“ Die Antwort lautet: „Alles, was man über mehrere Tage transportieren kann.“ Küchen findet man in jeder Felsspalte. Unschön ist es lediglich, wenn es regnet, was in der Wüste eher selten vorkommt oder wenn es windig ist, was in der Wüste eher öfter vorkommt.

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Vorhersage und Wirklichkeit – oder was isst man in Peru

Wenn man, so wie ich, gerne um die Welt reist und noch lieber Ziele wählt, die nicht unbedingt dem Mainstream des Reisens entsprechen, trifft man immer wieder auf wohlmeinende Zeitgenossen. Sie haben sich selbst in der Welt noch nie umgeschaut. Noch nicht mal den Blick über den Rand des eigenen Tellers haben sie gewagt. Aber sie wissen natürlich, dass mich im Iran die Mullahs unter den Tschador zwingen und ich in Natanz atomar verstrahlt werde, dass ich in der algerischen Wüste gekidnappt werde, dass ich im nepalesischen Himalaya einen grausamen Höhentod sterbe und dass mich in Jordanien die ISIS köpft.
Und sie wissen auch, dass ich als Pescetarierin und leidenschaftliche Liebhaberin von lebendigen Kuscheltieren in Peru jeden Tag Meerschweinchen essen muss. Gut, dass meine Ohren eine Funktion „Durchzug“ haben.

So war es wirklich:

 

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Kartoffeln – gefriergetrocknet

Wo kommt die Kartoffel her? Das hat sich inzwischen wohl rumgesprochen – aus Südamerika. Über die Kanarischen Insel fand sie im 16. Jahrhundert den Weg nach Europa.
Und was sagt man dazu: die ersten Kartoffeln in Deutschland wurden in meiner wunderbaren Heimat, nämlich in Pilgramsreuth/Rehau angebaut. Tatsächlich bestehen meine kulinarischen Kindheitserinnerungen aus Kartoffelknödeln, Kartoffelpuffern, Kartoffelpüree, Bratkartoffeln, Salzkartoffeln und ..Kartoffelchips. Noch heute ist Kartoffelpüree für mich ein Hochgenuss und während meiner Schwangerschaft war es das tägliche Objekt einer hormongesteuerten Begierde. Auf dass diese Vorliebe vererbt werde! Natürlich selbst gemacht mit Butter und Muskat. NIE würde ich ein Püree aus der Tüte essen und selbst anrühren schon gar nicht.
Außer blassen wässrigen Kugeln, die die Supermärkte oft anbieten, findet man auf den Wochenmärkten in Deutschland meist eine ordentliche Auswahl verschiedener Sorten. Das ist aber wirklich spärlich im Gegensatz zu dem Angebot auf den Märkten Perus.

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Schokoladentorte in Reykjavik

Wenn man durch Island reist, sollte man auf jeden Fall oft wandern. Natürlich will man die großartige Landschaft genießen und das kann man zu Fuß nun mal am besten. Man möchte und muss aber auch unbedingt die wahrhaft köstlichen Kuchen und die sensationellen Torten genießen, die es dort in JEDEM Cafe gibt und sei es noch so klein. Sie sind alle selbst gebacken und selbst entworfen. Nix „hausgemachtes“ Coppenrath und Wiese ! Das geht schon mal schnell auf die Hüften und da kann Bewegung nicht schaden.

Der Klassiker ist Schokoladenkuchen, den man u.a. im „Harpa“ in Reykjavik bestellen kann.

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Schwarz wie die Nacht, harmlos auf den ersten Blick und sehr verführerisch.

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Warum ist das eine der schönsten Bäckereien der Welt….

Nepal

… weil man sie nach einem 6 stündigen Fußmarsch erreicht und weit und breit keine andere ist

… weil es dort (wenn man sich die essen traut) Sahnetorte gibt. Ich trau mich nicht.

… weil man dort Cappucino trinken kann. Das trau ich mich.

… weil man dort wunderbar in der Sonne sitzen kann.

… weil man sich dort mental auf eine buddhistische Zeremonie im nahe gelegenen Kloster vorbereiten kann

… und weil, und das ist der einzige Grund, der wirklich zählt, man von dort den Mount Everest sieht.

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… was isst man eigentlich in 4000 m Höhe?

….im Flugzeug wahrscheinlich Pasta mit fader Sahnesoße oder trockenes Hühnchen mit Reis und dazu Tomatensaft.

…aber bei einer Trekkingtour im Himalaya?? Kartoffeln natürlich!  Hervorragend zubereitet mit Gemüse und (Yak-)Käse und dazu Pfefferminztee.

Im Everestgebiet werden Kartoffeln bis in Höhen von über 4000 m angebaut und sie schmecken köstlich.

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wenn ich nochmal in Toulouse bin….

……werde ich nicht im Hotel wohnen, auch nicht im Zelt oder unter der zweifellos schönen Pont Neuf sondern in einem Appartement MIT KÜCHE. Und dann wird gekocht!! Und ich werde auch nicht arbeiten, sondern Urlaub machen und einfach geniessen.

Vorher gehe ich aber mit der großen Tasche in den Marché Victor Hugo am gleichnamigen Platz.

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Taguella oder „Wie lange hält Baguette?“

Was gibt es eigentlich bei einer mehrtägigen Wüstentour in Algerien, bei der alle Lebensmittel auf Kamelen mitgenommen werden müssen zum Frühstück? Ganz einfach…

Tag 1: frisches Baguette, was sehr lecker an die kolonial-französische Vergangenheit des Gastlandes erinnert
Tag 2: nicht mehr ganz so frisches, durch den Transport in Plastiktüten weich gewordenes Baguette
Tag 3: überhaupt nicht mehr frisches Baguette mit leicht gummiartiger Konsistenz
Tag 4: trockenes, feinkrümeliges Baguette (einige tauchen es wie mein Opa früher in Milchkaffee…igitt)
Tag 5: über offenem Feuer getoastetes Baguette. In der Wüste schimmelt nichts, daher ist diese Reihe anscheinend unendlich
Tag 6: zum Zwieback mutiertes getoastetes Baguette. Wir essen alle ziemlich viel. Irgendwann müssen die Vorräte doch aufgebraucht sein!
Tag 6 abends: Endlich! Es wird Brot gebacken! Und was für welches!

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Bitter wie das Leben, süß wie die Liebe, sanft wie der Tod

Tee_2Wenn man eine wochenlange Trekkingtour durch die algerische Wüste unternimmt, bei der man keine Menschenseele trifft und sich ganz oft wie auf dem Mars oder dem Mond fühlt, kann man eventuell spirituelle Erfahrungen machen, man kann „slow down“ leben oder man kann, wenn man sich mitgenommen hat, sich selbst finden. Eines kann man aber nicht: kulinarische Hochgenüsse erleben.  Zweifellos ein Hochgenuss ist aber nach einem guten Essen (und jedes Essen ist gut, wenn es nur das Eine gibt und man den ganzen Tag gelaufen ist) der TEE.

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Apfelkuchen Feldversuch XVI – der Gedeckte

Studentenzeiten! Kein Geld für einen Besuch in einer Konditorei! Keine Küche und schon gar keinen Backofen! Wochenende! Heim zu Vattern! 500 km Vorfreude auf der Autobahn! Es gibt gedeckten Apfelkuchen „vom Jacob’s Beck“ (auf deutsch: Bäckerei und Konditorei Jacob in Rehau. Sie existiert  heute leider nicht mehr unter der Leitung der Familie Jacob). Was man in solchen „Mangelzeiten“ so genossen hat, bleibt einem anscheinend bis ins hohe Alter als etwas Köstliches und unbedingt Erstrebenswertes in Erinnerung. Daher gab es auch einige Versuche von mir, die Geschmackserinnerung nachzubasteln. Dieser Kuchen kommt dem Jugendtraum sehr nahe.

 

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