Pesteh in Persien

Pesteh ist das persische Wort für Pistazien und man findet sie dort überall.

In historischen Aufzeichnungen finden sich Anhaltspunkte dafür, dass die ersten wild wachsenden Pistazienbäume in Nordost-Iran gesehen wurden und dass bereits vor circa 2000 Jahren zurzeit der Parther oder zu Beginn der Sassaniden-Dynastie Pistazien im Westen der heutigen Provinz Chorassan, also im Nordosten Irans kultiviert wurden. Im antiken Persien wurde die Pistazie Pistaka genannt und im mittel-persisch hieß sie Pistak, was im Laufe der Zeit zu dem Wort, das heute die Pistazie bezeichnet, nämlich Pesteh wurde.
Die Legende besagt, dass die „Königin von Saba“ die Pistazien zu einem ausschließlich königlichen Nahrungsmittel ernannte und es dem einfachen Volk verbot, sie für den persönlichen Verzehr anzubauen.
Heute ist Iran, neben der Türkei und USA der weltweit größte Pistazienerzeuger- und Lieferant. Pistazien stehen an zweiter Stelle der Nicht-Erdölexportprodukte Irans nach den handgeknüpften iranischen Teppichen. Hauptanbaugebiete sind die Privinzen Yasd und Kerman im Südosten das Landes, wo Pistazien in großen Plantagen kultiviert werden.

Für den Anbau von Pistazien sind bestimmte Klimabedingungen erforderlich. Im Winter muss es gemäßigt kalt sein und darf nicht wärmer als 10 Grad Celsius werden. Im Sommer ist ein heißes und trockenes Klima erforderlich, aber das Thermometer darf auch nicht die Grenze von 40 Grad Celsius überschreiten. Im Anbaugebiet muss bis zum Baumaustrieb ein Mindestmaß an Niederschlägen erfolgt sein, damit gute Pistazien geerntet werden können.

Die rote Haut dient als Schutz und wird nach der Ernte abgeschält. Das Innere wird weiterverarbeitet.

Die Anbaufläche für Pistazienbäume beträgt in Iran circa 380 Tausend Hektar. Die Provinz Kerman im Südosten Irans nimmt mit einer Anpflanzung auf 83 Prozent ihrer Anbauflächen den ersten Platz ein. Pistazienbäume benötigen nur wenig Wasser, daher sind salzige Böden für ihre Anpflanzung geeignet. Die besten Pistazien Irans kommen aus den Gebieten von Yazd, Kerman und Damghan, wo die Pistacia Vera auf Böden angepflanzt wird, an deren Oberfläche sich Salz abscheidet. Dort findet man auch große Salzseen.

In Iran werden die Pistazien entweder gesalzen oder mit Sumak, einem säuerlichen, rötlichen Essigbaumgewürz behandelt als Knabberei angeboten oder in Reisgerichten verarbeitet.

Immer findet man sie auch in Schirini, den wunderbaren gemischten Fingerfoodsüßigkeiten oder in sehr süßen Kuchen aller Variationen im Zusammenspiel mit Sesam, Mandeln und Kokosnuss. Natürlich oft mit ein bisschen Rosenwasser.

Eine Antwort to “Pesteh in Persien”

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