Walfleisch mit Löwenzahnsalat

Was isst man in Grönland?
Bei einer Wanderreise dorthin, die körperlich aufgrund des rauhen Geländes, der Temperaturen und des Windes durchaus anstrengend werden kann, ist das keine ganz unwichtige Frage. In einer Gegend, die 9 Monate im Jahr von Schnee bedeckt ist, erklärt es sich von selbst, dass nichts angebaut werden kann. Frischen Salat gibt es in Form von Löwenzahnblättern, aber in homöopathischen Dosen. Es besteht keineswegs die Gefahr, dass man zum Kaninchen mutiert.
Sehr lecker ist der Rosenwurz, der überall wächst und mit Essig und Öl und ein bisschen angedünstet wirklich gut schmeckt.
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DSC_5410Wir hatten das Glück, dass unser Gastgeber Südtiroler ist und so gibt es natürlich feinste Pasta und Risotto und wunderbare Desserts.  Gemüse wird in getrockneter Form importiert. Warum soll man viel Geld dafür ausgeben, Wasser nach Grönland zu schaffen? Über den Geschmack scheiden sich die Geister. Mir hat’s geschmeckt, lediglich das Paprikagemüse war ein bisschen wie Stroh. Extrem lecker sind auch die frischen Fische: Heilbutt, Katzenfisch, Lachsforelle und feinster Lachs und natürlich Garnelen.

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DSC_5899Auf Fische in getrockneter Form kann ich gut verzichten.
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Natürlich will man auch etwas „typisch Grönländisches“.
Ich nicht!
Typisch grönländisch sind Wal und Robbe. Auch wenn der Wal als „Wal tonnato“, also mit einer sehr leckeren Thunfischsoße serviert wird, werde ich ihn nicht essen, nachdem ich diese Tiere 2 Stunden vorher mit großer Begeisterung in freier Wildbahn bewundert und fotografiert habe.
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Genauso ist es mit Robbenfleisch, das angeblich von Innen heraus eine große wohlige Wärme spendet. Da friere ich lieber.
Ein Hochgenuss für die Grönländer und zu deren Freude ein No-Go für die meisten von uns, diesmal nicht aus ethischen, sondern aus kautechnischen Gründen, ist Walhaut. Grässlich!DSC_6247Moschusochse war für die Fleischesser anscheinend ein Genuss.
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Ich habe mich mehr an Backkartoffeln und den wirklich hervorragenden Fischgerichten erfreut. Ich muss aber einfach feststellen, dass ich kulinarisch doch lieber am Mittelmeer oder im nahen Osten bin, schon allein wegen des Weines, für den man dort keinen fälligen Bausparvertrag auflösen muss, um ihn sich zu leisten. Dass es ihn überhaupt gibt, ist dem wunderbaren Robert Peroni zu verdanken, der ein Stück seiner Heimat nach Grönland gebracht hat. Bier ist im „Roten Haus“ unerwünscht, da es bei der grönländischen Bevölkerung ein großes Alkoholproblem gibt. So trinkt man eben meistens Leitungswasser, was natürlich von sehr guter Qualität ist.

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